Die Fundstücke (Fotografien) entstehen im Alltag. Ich fotografiere unscheinbare Ausschnitte von Landschaften und Dingen; Gewässer, Wolken, Nebel; netzartige Strukturen – oftmals bewusst unscharf oder verschwommen. Manchmal ist es eine Stimmung, die mich anspricht, manchmal eine Farbe, eine Linie, eine Struktur oder eine Form. Was mich an diesen Aufnahmen interessiert, findet sich auch in meinen Bildern und Objekten: Verzweigungen, Zwischenräume, Überlagerungen. Hier sind sie jedoch nicht erarbeitet, sondern vorgefunden und wahrgenommen.
Mich interessiert die Unschärfe. Sie führt die Wahrnehmung weg vom Erwarteten und vermeintlich Eindeutigen, hin zu etwas Offenem. Wasser, Wolken und Nebel widersetzen sich klaren Grenzen. Sie lassen sich nicht festlegen und sind trotzdem präsent.

Die Fundstücke sind für mich wichtige Quellen und Auslöser für Bilder und andere Arbeiten. Gleichzeitig sind sie eigenständige Spuren meines Sehens, Erinnerungen an einen kurzen Moment von Wirklichkeit – oft festgehalten, ohne zu wissen, warum.